Technische Universitaet Bergakademie Freiberg
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Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau

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Forschung

Das Wort GEO ist schon lange zu einem Synonym für Umwelt oder "environment" geworden und umfasst damit nach moderner Definition weit mehr als die klassische Geologie und Mineralogie. Geowissenschaft (oder earth system science) und geo-Engineering sind die Wissenschaften von den Prozessen in und auf unserer Erde, unserem Raumschiff, das mit einer Geschwindigkeit von 108.000 Kilometer in jeder Stunde seit nunmehr mehr als 4.6 Milliarden Jahren durch den Weltraum rast. Für den Kurs ist offensichtlich ein Autopilot verantwortlich, über dessen Wirkungsweise sich die Menschen seit Urzeiten Gedanken gemacht haben.

In der Montanregion Erzgebirge ist auf Grund der geologischen Voraussetzungen über 800 Jahre lang der Bergbau umgegangen. Zudem wurden hier die gewonnenen Rohstoffe aufbereitet, verhüttet und verarbeitet und haben damit die Landschaft durch Halden, Pingen und Wasserbauwerke gestaltet und den Untergrund nachhaltig verändert. Das Montanwesen hat zu materiellem und kulturellem Reichtum in vielen Städten geführt und Wissenschaft und technik weitergebracht. Mit dem Rückgang der Silberfunde im 18. Jahrhundert wurde deutlich, dass nur eine wissenschaftliche Herangehensweise die bestehenden und nahenden Probleme würde lösen könne. Das war die Geburtsstunde der Bergakademie Freiberg im Jahr 1765, die heute als technische Universität Bergakademie Freiberg weltweit einen exzellenten Ruf als Universität im Bereich GEO genießt.

Rohstoffe und damit verbundene Produkte tauchen in der Geschichte Sachsens immer wieder auf. Von Kurfürst Friedrich August von Sachsen ("der Starke") wurde der junge Böttger gefangen gehalten, um aus Blei Gold zu produzieren. Dies gelang ihm natürlich nicht, aber ihm gelang die Herstellung des so beliebten Porzellans. Das wegen seines hohen Wertes "weißes Gold" genannte Hart-Porzellan ließ der Fürst ab 1710 in der noch heute bestehenden Manufaktur zu Meißen fertigen und der Rohstoff Ton brachte dem Fürsten in Verbindung mit der Brenntechnik ein Vermögen ein. Am 14. Dezember 1938 entdeckten der Chemiker Otto Hahn und der Physiker Fritz Strassmann in Berlin zwar nicht die Elementumwandlung zu Gold aber die Spaltung von Uran-Atomkernen durch Neutronen an Uran aus dem Erzgebirge. Und eben dieses Uran aus dem Erzgebirge wurde auch eine Basis für den kalten Krieg zwischen Ost und West nach 1945. Mit den Hinterlassenschaften dieses rücksichtslos durchgeführten Uran-Bergbaus kämpft die Region noch heute und dies ist ein gutes Beispiel für das immerwährende Problem der Nutzung von Geo-Ressourcen durch den Menschen: Ein Rohstoff ist begehrt und damit wertvoll, die unmittelbaren Folgen des Abbaus erscheinen demgegenüber unwichtig zu sein und erst später merkt der Mensch, welche Probleme er sich damit eingehandelt hat. Aufgabe der modernen Geo-Disziplinen ist es, hier frühzeitig einzugreifen und somit eine nachhaltige und umweltverträgliche Nutzung der Geo-Ressourcen zu ermöglichen.

Zum nachhaltigen Ressourcen Management gehören selbstverständlich auch Ressourcen-Recycling und was wir unter Ressourcen-Management im weitesten Sinne verstehen. Somit erstrecken sich die GEO-Fachgebiete von der naturwissenschaftlichen - geowissenschaftlichen Grundlagenforschung, über angewandte Aspekte wie z.B. Risiken von Geohazards (Erdbeben, Vulkane, Überschwemmungen) oder Kontamination und Sanierung von Boden, Luft und Wasser, die geotechnische und geoingenieurmäßige Umsetzung von Verfahren bis hin zur Geo- und Biogeoverfahrentechnik und zum Umwelt- und Ressourcenmanagement. Vorstellungen, dass Ingenieure und Naturwissenschaftler unterschiedliche denken, unterschiedliche Ziele verfolgen oder unterschiedliche Sprachen sprechen, sind überholt. Nur mit gemeinsamen und vereinten Kräften sowie innovativen Geo-Techniken wird es uns gelingen, den Geostandort Erde für unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert zu erhalten. Die TU Bergakademie Freiberg ist im Bereich von Lehre und Forschung an der Lösung dieser Probleme kompetent und mit hohem Einsatz beteiligt.

B. Merkel

 



© A. Sroka, 19.05.2006 http://www.fak3.tu-freiberg.de/forschung.html
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